Frau Verkehrsministerin Bures hat schon recht, verantwortungsloses Rasen bringt viele Leben in Gefahr.
Doch es gibt größere Verantwortungslosigkeiten als das Übersehen einer Geschwindigkeitsbegrenzung. Sogar schlimmere, als deren bewußtes Ignorieren.
Das rücksichtslose Betreten und Überschreiten eines Schutzweges, zum Beispiel.
Was sarkastisch klingt hat einen durchaus ernsten Hintergrund. Seit der Einführung und medialen Vermarktung des absoluten Vorranges für Fußgänger auf Schutzwegen sind die schweren Unfälle auf Zebrastreifen nicht gesunken, sondern besorgniserregend angestiegen. Weil das Auto eh bremsen muß. Dies aber nicht immer kann. Und der sorglose Fußgänger sich zwar im Recht, aber halt leider auch im Krankenhaus wiederfindet.
Die staatliche und individuelle Vollkaskoversicherung entbindet uns von den Folgen unseres Handelns, ein Übermaß an Verboten und Strafsanktionen erzeugt ein trügerisches Sicherheitsgefühl.
Menschen sind sorgenfrei geworden, damit zugleich aber leider oft auch sorglos.
Der sorglose Umgang mit eigenem und fremdem Leben, Hab und Gut wurde zur Lebenseinstellung. Weil eh immer jemand schuld ist und die Folgen trägt.
Im Zweifelsfall man selbst.
Man könnte versuchen sich dessen wieder bewusst zu werden, dann wären höhere Strafen nicht notwendig.